Hundeschule DreamTeam


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Philosophie

Philosophie

Vertrauen, Verständnis, Respekt und Freude,
das Ganze ist mehr, als die Summe der Einzelteile

Grundsätzliches
Ich halte nicht viel von der sogenannten "Dominanztheorie", der allgegenwärtigen "Rudelordnung" oder der "Der Hund braucht eine feste Hand"-Mentalität.
Genauso wenig halte ich von der antiautoritären Erziehung - wir können Hunde nicht schalten und walten lassen, wie es ihnen beliebt, ich glaube auch nicht, daß ich "einschlägig vorbestrafte" Hunde nur mit Leckerchen vom Jagen abhalten kann.
Hunde sind anders...
Die neuesten Erkenntnisse (Ray und Lorna Coppinger) gehen in eine interessante Richtung. Vor langer Zeit hat sich ein Wolfstyp entwickelt, der, aufgrund geringer Fluchtdistanz dem Menschen gegenüber, sich nahe der ersten menschlichen Siedlungen aufhielt und sich in einer ökologischen Nische ein bequemes Leben ermöglichte. Diese Vorfahren unserer Hunde lebten von menschlichen Abfällen. Eine feste Rudelstruktur für Jagd und Welpenaufzucht war nicht mehr nötig, der "Tisch immer reichlich gedeckt". Dafür hatten die Menschen in dieser Zeit verlässliche Wächter, wenn sich andere Raubtiere näherten und kein Müll- und Hygieneproblem - ein sinnvoller Deal.
Was das mit Hundeerziehung zu tun hat?
Hunde scheinen den Menschen als Sozialpartner anderen Hunden vorzuziehen. Ich lebe mit einer größeren Hunde-Gruppe auf einem Bauernhof. Alle Hunde laufen frei, leben mit uns im Haus, haben 3.500 Quadratmeter Garten inklusive Teich zum Toben und Spielen - ein wahres Hundeparadies. Einige davon sind eigene Hunde, andere alt und krank, und für den Rest suchen wir ein neues Zuhause. Wenn Hunde die Gesellschaft anderer Hunde vorziehen würden, würde keiner der zu vermittelnden Hunde unser Grundstück freiwillig verlassen. Dem ist aber mitnichten so. Hat einer unserer Schützlinge neue Besitzer gefunden, verläßt er uns, ohne sich auch nur einmal umzudrehen. Meine eigenen Hunde warten gespannt auf den Moment, in dem ich das Grundstück verlasse, nur um nicht zu verpassen, ob sie mit mir gehen dürfen.

"Krieg' ich Deins, kriegst Du meins"

Ich betrachte Hundeerziehung als eine Art Deal. Jeder hat etwas, was der andere haben möchte.
Was ich von meinen Hunden möchte? Meine Hunde sind auch für mich in erster Linie Sozialpartner. Erst in zweiter Linie sind sie "Arbeitskollegen". Ich genieße ihre Anwesenheit, ihre Direktheit, ihre unbekümmerte Lebensfreude, ihre Fähigkeit im Hier und Jetzt zu leben. Außerdem liebe ich es mit ihnen zu arbeiten, ihre unglaublichen Fähigkeiten zu trainieren und zu beobachten.
Darüber hinaus erwarte ich von meinen Hunden, daß sie zuhause nicht randalieren, sich in der Öffentlichkeit friedlich benehmen, in Wald und Feld nicht wildern.
Dafür bekommen meine Hunde alles was sie im Leben brauchen: einen verlässlichen und fairen Sozialpartner, artgerechte Beschäftigung, Ernährung und Pflege und außerdem viele Dinge, die auch das Leben eines Hundes schöner und bunter machen: wir gehen im Sommer schwimmen, auch mal nachts durch den Wald, fahren zusammen in Urlaub, wir toben im Winter im Schnee und wir wärmen uns anschließend gemeinsam am Ofen.
Ich trage meinen Teil zu diesem Deal bei, die Hunde müssen ihren Teil dazu beitragen. Das ist der Soll-Zustand.
Der Ist-Zustand in vielen Mensch-Hund-Beziehungen sieht anders aus: der Hund tritt als Forderer auf. Er fordert Futter, Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten, Beachtung und Spiel wann immer ihm danach ist - und meist bekommt er es auch. Ohne dafür etwas tun zu müssen. Im Gegenteil, er tut was immer er möchte: zerrt an der Leine, pöbelt, bellt, verscheucht den Postboten oder knurrt den Besuch vom Sofa runter. Er jagt alles was vor ihm davon läuft, streunt durch das Dorf und lümmelt nach einem opulenten Abendessen im Fernsehsessel.
Das entspricht eher dem Motto: ich will alles, und zwar sofort!



Der Deal heißt: Wenn Du nicht jagen gehst, dann darfst Du auch auf's Sofa.


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